Für Betriebe mit 2 bis 15 Mitarbeitenden

Zeiterfassung im Kleinbetrieb:
Ohne Aufwand die Pflicht erfüllen

Wer drei bis zehn Mitarbeitende hat, braucht keine große Softwarelösung. Er braucht etwas, das am ersten Tag funktioniert, keine Schulung erfordert und am Monatsende sauber an die Lohnbuchhaltung übergeben werden kann. Diese Seite zeigt, was realitätsnah funktioniert.

Wie sieht der Alltag in Kleinbetrieben aus?

In kleinen Betrieben läuft vieles informell. Arbeitszeiten werden am Ende des Tages notiert, in eine Excel-Tabelle eingetragen oder einfach im Kopf behalten. Solange das Team überschaubar ist und alle sich kennen, funktioniert das irgendwie – aber nicht zuverlässig und nicht nachweisbar.

Das BAG-Urteil von 2022 hat die Anforderungen klar gestellt: Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit müssen täglich aufgezeichnet werden. Für einen Betrieb mit fünf Mitarbeitenden bedeutet das: fünf Datensätze pro Tag, fünf Mal pro Woche, strukturiert und abrufbar.

Das klingt nach Aufwand – ist es aber nur, wenn man es falsch angeht. Mit dem richtigen System ist es für Mitarbeitende weniger Aufwand als das bisherige Notieren auf Zetteln.

Was ein System für Kleinbetriebe leisten muss

Muss vorhanden sein

  • Einstempeln und Ausstempeln – per App oder Browser
  • Monatsübersicht je Mitarbeitenden
  • Export für Steuerberater oder Lohnbuchhaltung
  • DSGVO-konforme Datenspeicherung in der EU
  • Verständliche Oberfläche ohne Einarbeitung

Meist nicht nötig

  • Komplexe Schicht- und Dienstplanung
  • Reisekostenabrechnung und Spesenverwaltung
  • Großes HR-Modul mit Personalakte
  • Eigenständiger Server oder IT-Betreuung

Wer für diese Punkte zahlt, zahlt für Funktionen, die er nicht braucht. Das schlägt sich im monatlichen Preis nieder.

Welche Systeme passen für Kleinbetriebe?

Clockodo
Schlank & sofort nutzbar

Für kleine Teams die erste Wahl: einfache Stempeluhr, Monatsauswertung, Urlaubsverwaltung. Ohne große Einführung einsatzbereit.

  • Web & App, auch offline
  • Auswertungen je Mitarbeiter
  • Lohnexport inklusive
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Factorial
Wenn HR mitwachsen soll

Für Kleinbetriebe, die neben Zeiterfassung auch Urlaubsgenehmigungen und Mitarbeiterdokumente digital abbilden wollen – ohne großen Einführungsaufwand.

  • Zeiterfassung mit Genehmigung
  • Urlaubsverwaltung inklusive
  • EU-konformes Hosting
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Papershift
Wenn Schichten geplant werden

Auch für Kleinbetriebe mit Schichtbetrieb geeignet – z. B. Friseur­salons, Arztpraxen oder Pflegedienste mit regelmäßig wechselnden Zeiten.

  • Dienstplanung & Zeiterfassung
  • Stempeluhr per App oder Browser
  • DATEV-Schnittstelle
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Wie geht man es am besten an?

Der häufigste Fehler bei der Einführung: Man sucht zuerst ein System und denkt dann darüber nach, wie es im Alltag genutzt werden soll. Sinnvoller ist es, vorher intern zu klären: Wann und wo stempeln Mitarbeitende? Wer genehmigt Abwesenheiten? Wie kommen die Daten am Monatsende zum Steuerberater?

Sind diese Fragen beantwortet, kann man gezielt ein System auswählen – und es in einer Woche einführen, statt in drei Monaten. Die meisten Kleinbetriebe brauchen dafür keinen IT-Dienstleister, keine Schulung und keine mehrtägige Implementierung.

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Checkliste vor der Entscheidung
  • 📋
    Wie soll gestempelt werden?

    App auf dem Smartphone, Browser am PC oder Terminal im Eingangsbereich?

  • 📊
    Wer wertet aus?

    Chef selbst, Bürokraft oder direkt der Steuerberater?

  • 🔗
    Welche Lohnsoftware wird genutzt?

    DATEV, Lexoffice oder direkte Übergabe als CSV an den Steuerberater?

  • 💶
    Was darf es kosten?

    Für 5 Mitarbeitende sind 20–50 Euro monatlich ein realistischer Richtwert.

Fragen zur Zeiterfassung im Kleinbetrieb

Gilt die Pflicht auch für Betriebe mit drei Mitarbeitenden?

Ja. Die Zeiterfassungspflicht gilt unabhängig von der Betriebsgröße für alle Arbeitgeber. Es gibt nach aktuellem Stand keine Ausnahmen nach Mitarbeiterzahl. Das künftige Umsetzungsgesetz könnte Erleichterungen für Kleinstbetriebe vorsehen – beschlossen ist das bisher nicht.

Reicht eine einfache Excel-Tabelle?

Theoretisch ja – es ist keine bestimmte Software vorgeschrieben. In der Praxis ist Excel fehleranfällig, bietet keinen Schutz gegen Änderungen und hat keine direkte Lohnbuchhaltungs-Schnittstelle. Für Betriebe mit mehr als drei Mitarbeitenden lohnt sich der Wechsel auf eine einfache digitale Lösung in der Regel schon nach wenigen Wochen.

Wie lange müssen Zeitaufzeichnungen aufbewahrt werden?

Nach aktuellem Stand gilt im Arbeitsschutzrecht eine Aufbewahrungspflicht von zwei Jahren. Aus steuerrechtlichen Gründen können längere Fristen gelten – das hängt vom Einzelfall ab. Im Zweifel empfiehlt sich eine Rückfrage beim Steuerberater.

Einfach starten – ohne großen Aufwand.

Die meisten Kleinbetriebe können eine Zeiterfassungslösung in einer Woche einführen. Der erste Schritt ist die Auswahl des richtigen Systems.